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Magazin / Das ist gourmetfein / Fleischrebell: "Unanständige Preise, von denen keiner Leben kann"

Fleischrebell: "Unanständige Preise, von denen keiner Leben kann"

von gourmetfein Redakteur

16. September 2020

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Fleischrebell: "Unanständige Preise, von denen keiner leben kann" - derStandard am 16.09.2020

Gourmetfein-Chef Fritz Floimayr distanziert sich von der Schweinebörse und macht mit 46 Bauern in Oberösterreich künftig eigene Preise

 

Wien – Das Geschäft mit Schweinen ist nichts für schwache Nerven. Ihre Mast wie ihre Verarbeitung sind europaweit hoch industrialisiert. Kein anderer Markt der Agrarbranche ist volatiler: Die Preise für sie schwankten in den vergangenen zwei Jahren um bis zu 50 Prozent. Dafür verantwortlich ist weniger die regelmäßige Zu- und Abnahme der internationalen Tierbestände. Preise in beide Richtungen hart ausschlagen lassen vielmehr Spekulationen, politische Manöver und grassierende Seuchen wie die Afrikanische Schweinepest.

Österreichs Schweinebörse bildet das Auf und Ab wöchentlich ab. Sie gießt Preisverhandlungen der Produzenten mit fünf großen Schlachthöfen, die ihrerseits auf globale Entwicklungen reagieren, in schwarze Zahlen. So sehen es die Spielregeln des Marktes seit Jahrzehnten vor. Doch 46 Bauern werfen diese nun über den Haufen. Sie beliefern den Fleischverarbeiter Gourmetfein in Grieskirchen jährlich mit insgesamt 60.000 Schweinen und koppeln sich erstmals von der Börse ab.
 
An der Realität vorbei
 

Er mache den Betreibern der Börse keinen Vorwurf, denn diesen seien die Hände gebunden, sagt Fritz Floimayr, Chef und Eigentümer von Gourmetfein. Das bestehende System der Preisfindung schade jedoch der Landwirtschaft. Es schaffe "unanständige Preise, von denen keiner leben kann". Diese führten an der Realität der Produzenten vorbei.

Floimayr zahlt seinen Fleischlieferanten künftig einen Fixpreis, der bis Sommer 2021 hält – unabhängig von den Schwankungen der Börsen. Er ist um 20 Prozent höher als der aktuelle Marktpreis und an eine fixe Abnahme gebunden. "Keiner muss mehr Angst haben, dass seine Ferkel, die er jetzt einstellt, in fünf Monaten nichts mehr wert sind."

Tönnies investiert in Spanien

Der Unternehmer sieht österreichische Mäster auf einem Scheideweg. Mache das Modell Schule, ließe sich verhindern, dass noch mehr kleine Landwirte den Markt verließen. Derzeit seien viele dem Druck der weitaus größeren Industrie aus dem Ausland nicht gewachsen.

Diese expandiert in Riesenschritten in Länder, in denen die Branche weniger unter Beobachtung steht. Der umstrittene Fleischmulti Tönnies etwa will in Spanien 75 Millionen Euro in einen neuen Schlachthof investieren, berichtet die spanische Zeitung Heraldo. Tausend Mitarbeiter sollen wöchentlich 70.000 Tiere verarbeiten. Deren Frischfleisch ist für die EU bestimmt.

155 Euro für ein Schwein

Österreichs Bauern erhalten für ein Kilo Schwein derzeit 1,40 Euro. Ein schlachtreifes Schwein ist damit netto 155 Euro wert. Kostendeckend sei die Mast im Schnitt erst ab 170 Euro, rechnet Johann Schlederer, Geschäftsführer der Schweinebörse, vor. Schuld an dem Preisverfall trägt die Schweinepest, die nach dem Fund eines infizierten toten Wildschweins in Brandenburg in Deutschland den Markt nach unten riss. China schob deutschen Importen den Riegel vor. Die Folge ist Überproduktion.

Dass sich österreichische Betriebe von der Börse distanzieren, habe er noch nie erlebt, sagt Schlederer. Ob dies von Erfolg gekrönt sei, werde erst die Geschichte zeigen. Von "unanständigen Preisen" sei jedoch keine Rede. Sie würden von Angebot und Nachfrage bestimmt. Letztlich stehe es auch jedem frei, sich daran zu halten oder nicht.

Konsumenten spüren Turbulenzen an den Rohstoffbörsen traditionell erst zeitversetzt. Industrie wie Handel zögern Preissenkungen naturgemäß hinaus. Die Spirale nach unten dreht sich zuerst im Großhandel, wo Lebensmittelherkunft wenig Relevanz hat. Dass die Gastronomie das beim Einkauf ersparte Geld ihren Gästen in Form günstigerer Schnitzel zugutekommen lässt, ist jedoch unwahrscheinlich. Gebeutelt von Corona, steht ihr danach selten der Sinn. (Verena Kainrath, 29.9.2020)

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